Sonntag, 8. Januar 2017

Moppel-Meise hat Bammel

Seit ich meinen Job hinterm Schreibtisch in einem Großraumbüro angenommen habe, hat sich so einiges für mich verändert.
Ich habe bestimmte alte (fiese) Kollegen nicht mehr um mich herum, dafür habe ich ganz viele neue Kollegen kennen und schätzen gelernt.
Ich habe mich an das Busfahren gewöhnen müssen, was lange gedauert hat. Busfahren fand ich immer ganz schrecklich. Heute entspanne ich im Bus (meistens... ist ja auch abhängig vom Klientel, das in direkter Nähe zu einem sitzt oder steht...)
Mein jetziger Job ist sehr viel stressiger und hielt zudem ja auch noch die Hürde des erneuten Schulbankdrückens für mich bereit.
Aber mittlerweile fühle ich mich in dem Job endlich angekommen.

Leider hat sich durch den Jobwechsel auch geändert, dass ich mich im Arbeitsleben physisch kaum noch anstrenge. Das war vorher anders.
Auch der Weg mit dem Rad hat sich verkürzt, jetzt fahre ich ja nur noch zur Bushaltestelle.
Klar, man könnte die komplette Strecke mit dem Rad fahren. Allerdings geht's da fast nur bergauf, nicht dolle, aber genug, dass ich ins Schwitzen komme. Und schwitzend im Büro ankommen finde ich bäh.

Jedenfalls hat sich aufgrund dessen, dass ich bei Stress gerne zu kalorienreichen Nahrungsmitteln greife, gepaart mit dem Umstand, dass ich mich weniger bewege und sich der tägliche Umsatz damit verringert hat, mein Körpergewicht in den letzten Jahren doch ganz schön nach oben bewegt.

Letztens musste ich mal dem Bus hinterherrennen...
Nun ja, rennen ist da zu viel gesagt. Ich bin hinterhergeächzt.
Das war bestimmt kein schöner Anblick: Moppel-Meise kriegt die Flügel nicht geschwungen.
Erbärmlich hab ich mich da gefühlt.

Kurze Zeit danach wurde von einer Krankenkasse über meinen Arbeitgeber ein halbjähriges Programm vorgestellt, das Sport mit einem Abnehmprogramm (und einigem anderen) vereint. Dieses musste bei der Deutschen Rentenversicherung beantragt werden, was ich in Anbetracht meiner kürzlichen zutiefst unsportlichen Leistung dann gemacht habe. Dafür bin ich sogar extra zur Amtsärztin gegangen, holla. Diese fand, das Programm wäre genau auf mich zugeschnitten, das müsste die Rentenversicherung auf jeden Fall genehmigen.

Die Rentenversicherung hat dann leider nach ca. zweieinhalb Monaten* entschieden, dass sie dem Antrag nicht stattgeben kann.
Diesen Brief bekam ich am 30.12.2016.

Für mich stand fest, ich will nicht ins Neue Jahr gehen, ohne auch einen neuen Plan in der Hand zu halten.
Gesagt, getan: ich habe mich in einer sportiven Einrichtung nur für Frauen** angemeldet - online.

Gestern war mein Beratungsgespräch.
Ich habe direkt Nägel mit Köpfen gemacht und einen Vertrag unterschrieben.***

Morgen Abend ist meine erste Trainingseinheit.Ich hab Angst! Huah.


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*Ca. einen Monat dümpelte der Antrag bei der Deutschen Rentenversicherung "Rheinland" herum, bis diese herausfanden, dass die des Bundes hier zuständig sei und es weitersandten - über Rom oder Timbuktu oder so.
**Da macht man unter Anweisung einer Trainerin quasi eine Art Intervall-Zirkeltraining.
***Und das OBWOHL gerade Abnehm-Dauerbeschallung in der TV-Werbungs-Fernsehlandschaft stattfindet, was tierisch nervt.. Das ist ja immer furchtbar nach jedem Jahreswechsel und hätte beinahe dazu geführt, dass ich noch einen Monat mit der Anmeldung warte, damit ich nicht mit dem "Vorsatz für 2017"-Ansturm kollidiere. Andererseits, warum sollte mich das kümmern, wenn dies das Richtige für mich und meinen Körper ist? Ist doch Quatsch.